Ja, vergewaltige mich nur. Ich kann mich ja eh nicht wehren.

Das ganze Konstrukt meiner Eltern zerfällt gerade. Die schöne Welt. Ihre Überhöhung von sich und ihren Gedanken, ihren Ideen und ihren Taten.

Ich schaue dabei zu. Und bei Gott, greife bestimmt nicht ein, um die niederstürzenden Gedanken und besserwisserischen gesagten Dinge aufzuhalten.

Ich musste meinem Vater gehorchen.
Das musste ich vertraglich unterschreiben.
Ich durfte nicht masturbieren.
Keine Frau ansehen.
Ich wurde als rebellisch gegenüber Gott eingestuft.
Mir wurde glaubhaft gemacht, dass ich so nicht ins schöne Paradies komme.
Und der Himmel nur für die Glaubenden offen sei.

Dabei will ich gar nicht gehorchen.
Sex ist immer noch ein natürliches Ding.
Und beim Masturbieren fährt nicht der Satan in mich.
Ich kann über Gott denken, was ich will.
Das ist meine Sache.
Und an das Paradies soll glauben, wer das glauben kann.

In Liebe erzogen.
Mit Hoffnung gefüllt.
Den Geschmack der Freiheit gekostet.
Vom Wein der Vernunft getrunken.
Neben der Sehnsucht der Sanftheit gelegen.
Die Freude am Schönen umarmt.
Die Quelle vom Liebenswürdigen entdeckt.
Dich gefunden.
Dich verloren.
Dich verdammt.
Verflucht.
Nie verziehen.
Nie vergeben.

Schmerzen, die mich begleiten.
Und ein Wolf, der mich jederzeit reissen könnte.

Ich bin ungeschützt.
Ich war ungeschützt.
Ich habe mich geöffnet.
Ich war verletzlich.
Ich habe mich nicht gewehrt.

Und dann wurde ich vergewaltigt.
Von Mächtigen.
Von Älteren.
Im Namen Gottes.
Im Namen des Vaters.
Und der Heiligen Mutter.
Im Namen der Strafe.
Im Namen der Angst.
Und im Namen von Überlegenheit.
Soviel Überlegenheit.

Verdammte heilige Scheisse!

Photo by Noah Silliman on Unsplash

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