Die Band spielte einen letzten Song für mich.

Ich wollte mich heute umbringen gehen. Im Meer. Im Fluss der Dunkelheit. Unbemerkt. Von niemandem gesehen. Ikognito, sozusagen.

Trotzdem blieb es nicht unbemerkt:
Die Vögel schrien.
Gott krächzte.
Satan heizte nochmals richtig ein.
Die Engel fluchten.
Die bösen Geister stimmten die Gitarren und spielten ein letztes Mal für mich.
Die Verdammnis sang dazu.
Das Verderben spielte die Flöte.
Die Traurigkeit war am Schlagzeug.
Den Bass bediente ein blutendes Herz.
Am Klavier sass die zerstörte Seele.
Die Band nannte sich die unendliche Reise ins Nichts.
Kurt Cobain kam dann auch noch kurz vorbei und hatte einen Gastauftritt.
Ein Nirvana auf mich.

Aber: So wollte ich nicht sterben.
Nicht mit soviel Lärm.
Und ich liess die Band spielen und machte mich unbemerkt davon.
Aus der unmittelbaren Gefahrenzone heraus.
Zurück auf den Weg, von wo ich gekommen war.

***

Ich weiss nicht genau, wohin mich dieser Weg führen wird.
Aber er führt mich tendenziell weg von der Band und vom Todestal.
Vielleicht in Richtung Diversität.
In Richtung Offenheit.
Weg von Dogmen.
Weg vom Himmel.
Und weg von der Hölle.
Weg von Gott.
Und weg vom Teufel.
Weg vom Glauben an glöckelnde Engelchen.
Und zürnende Teufelchen.

Möge mich das Leben begleiten.
Mich mein Geist wieder beseelen.
Und meine neue Seele die wunderbaren Düfte dieser Welt wahrnehmen.
Möge mein Herz erleuchtet werden.
Und mein Denken zum Wahren erwachen.
Möge der Schmerz ruhen und die Verdammnis mich nicht mehr heimsuchen.
Möge alles besser werden.
Anders.
Und frei und freier.

Photo by Stefano Pollio on Unsplash

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s