Sie flog gen Himmel. Sie verliess diese Erde. Für immer.

Sie sagte, sie fürchte den Tod nicht. Ich sagte, ich fürchte aber, wenn sie geht. Sie sass lange dort und dachte nach. Über ihr Leben und ihre Energie, die mehr und mehr zu einem Problem wurde, da die energielosen Löcher einfach nicht verschwanden.

Sie wollte gehen. Ich hielt sie zurück.
Sie wollte weinen. Ich küsste sie.
Sie wollte schlafen. Ich deckte sie zu.
Sie wollte nie mehr aufwachen. Ich blieb die ganze Zeit an ihrem Bett.
Sie wollte sich alle Haare abrasieren und kahl werden. Ich sammelte alle Haare vom Boden auf und bewahrte sie auf.
Sie wollte schwimmen gehen, aber nie mehr zurückkehren. Ich begleitete sie und hielt meine Augen auf ihr.

Dann sagte sie mir, dass sie jetzt definitiv nicht mehr könne. Dass sie alles versucht hätte. Aber die Energie kam jetzt gar nicht mehr zurück. Die Hoffnung blieb weg. Sie konnte Liebe nicht mehr spüren. Sie glaubte nicht mehr, dass jemand sie noch gern habe.

Mein Herz wurde zerrissen. Meine Seele mit tausend Schwertern durchstochen. Mein Verstand verschwamm. Mein Körper zitterte. Der schlimmste Moment in meinem Leben. Ich dachte, ich sterbe gleich mit ihr.

Ich konnte sie nicht aufhalten. Denn wer kann über jemanden bestimmen und ihn oder sie nach dem eigenen Willen lenken.

Dann liess ich sie gehen.

Photo by Mohamed Nohassi on Unsplash

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