Violett. Dann blau, dann gelb, dann pink. So suchte ich dich.

Während dem ich dich anschaue, zerspringt das Glas. Ich schaue auf die Scherben, nehme sie und stecke sie mir in den Mund und schlucke sie alle. Ich kann dich nicht mehr anschauen. Du kommst zu mir herüber und legst deine Hand auf mich und berührst meine Schulter.

***

Als ich das nächste Glas sehe, wird mir übel. Ich sehe die Welt plötzlich ganz violett. Du bist verschwunden. Ich kann dich nicht mehr finden. Ich mache mich auf die Suche, dich irgendwo zu finden. Jetzt sehe  ich die Welt blau, am nächsten Tag gelb und am übernächsten pink.

Ich finde dich schliesslich. Du bist eingeschlossen in mir und willst raus. Du zerreisst mein Herz und zerquetschst meine Lungen. Dann bist du draussen.

Ich sterbe dabei. Du überlebst.

Meine Zeit wird kommen, habe ich gedacht, aber sie kam nie.

***

Jahre später bist du wieder mal an meinem Grabstein. Du legst deine Hand darauf und sprichst ein kurzes Gebet. Du hast ein Glas dabei und legst es neben den Grabstein. Das Glas ist ganz und nicht zersplittert. Es zerspringt auch nicht, als du es neben den Grabstein gelegt hast. Es bleibt ganz.

Als du gehst, denkst du nicht mehr. Du glaubst.

 

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