Er huldigte dem Teufel. Und sie verdammte Gott.

Als er sie sah, dachte er an rote Bohnen.

Sie dachte, er sei ein Arschloch.

Wenn für Gott diese Welt zu klein ist, dann schickt er eben mal kurz ein Erdbeben. Dann kann er zumindest ein bisschen spielen mit dieser Welt.

***

Der Sommer war gegangen, der Herbst am verblassen. Und das war genau der Zeitpunkt, wo sie sich sahen. Sein zweiter Gedanke, nachdem er sie gesehen hatte und an rote Bohnen gedacht hatte, war, dass sie ziemlich zickig aussah. Zickig im Sinne von wiederspenstig.

Und nachdem sie ihn in Gedanken mit einem Arschloch verglichen hatte, dachte sie weiter, dass er ziemlich naiv und doof aussah. Also so gar nicht wie ein Mann. Und damit konnte sie nichts anfangen.

Zumindest hatte sie ihn beachtet, könnte man hier hinzufügen.

* * *

Zwei Schrauben, die locker waren, wurden angezogen. Eine befand sich in ihrem Hirn, die andere in seinem Hirn. Einige Kabel wurden bei beiden neu verdrahtet. Ausgeführt vom Universum höchstpersönlich. Einer Kraft, einer Macht, die man nicht beschreiben kann. Die einfach da ist und auf undurchschaubare und kreative, unvoraussagbare Art und Weise wirkt.

* * *

Nachdem sie zum siebten Mal miteinander geschlafen hatten, gingen fünf Lichter in der Wohnung an und zwei Türen öffneten sich.

Sie zogen sich beide an und standen vor der Wahl, durch welche von den beiden geöffneten Türen sie hindurchtreten wollten.

Sie entschieden sich, dass sie getrennt je durch die jeweils andere Tür durchgehen wollten.

* * *

Der Geist der Sexualität empfing sie, als sie durch die geöffnete Tür hindurchgegangen war. Sie liess es zu, dass dieser Geist sie heilte und sie sich für die Sexualität echt öffnen konnte, es geniessen konnte und mit mehr als nur mit sich selbst verschmelzte. Mit etwas Transzendentem.

Ihn empfing der Höhlengeist hinter dem Türrahmen. Er teilte ihm mit, dass nicht alle Gedanken, die er hat, stimmen, nur weil sie in sein Denken kommen.

„Du darfst dich selbst annehmen, lieben und dich gerne haben!“, sagte der Höhlengeist zu ihm.

* * *

Als die beiden geheilt waren und ihnen die Augen durch die zwei Geister geöffnet wurden, trafen sie sich wieder in der Wohnung, im Schlafzimmer, wo sie noch vor kurzer Zeit miteinander geschlafen hatten.

In diesem Moment trennten sie sich als Paar, sie verabschiedeten sich voneinander.

Für immer.

Sie hatten nie wieder Sex miteinander.

Sie sahen sich nie wieder.

Denn von da an gingen sie getrennte Wege.

Er in eine neue Stadt.

Und sie vergass ihn langsam.

Dann hatten sie beide einander vergessen.

Ihre jeweiligen Begegnungen mit den heilenden Geistern aber waren für sie ein neuer Start.

Dies vergassen sie nie.

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