Europe goes Pärchenbildung.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass an so Abenden, wo man mit Freunden zusammen ist, zusammen isst, etc. die Pärchen recht gut merkt. Entweder erzählt man sich, wie man sich gefunden hat oder redet von seiner „besseren Hälfte“ die eben heute zuhause bleiben musste, nicht kommen konnte oder man erzählt von den nächsten Ferien, die man zusammen planen will.

Irgendwie ist das natürlich irgendwie schön und die meisten reden wohl gerne über diese Themen. Aber es kann dann eben auch sein, dass man den Eindruck hat, die Paarleute an dem Abend sind irgendwie gebunden (was sie ja eigentlich auch sind) und die ganze Stimmung und die Atmosphäre wäre ohne diese Pärchenbindungen (die im Hintergrund über dem Abend hängt) anders, man könnte entspannter und offener sein.

Ich plädiere jetzt ja nicht unbedingt, dass dann am späten Abend vor lauter entspannter und offener Atmosphäre alle miteinander ins Bett hüpfen. Aber manchmal frage ich mich wirklich, ob dieses Pärchending (zu dem offenbar der Mensch sehr stark tendiert) schon der Weisheit letzter Schluss ist.

Irgendwie ist der Gedanke schön, dass wir eigentlich alle Menschen zusammen vereint sind (wären/sein sollten; was auch immer). Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es der Buddhismus ist, der das propagiert oder eine andere Denkrichtung. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen, das die Tiefe, das Fühlen von Verbundenheit und das „Ankommen“ extrem wären, wenn man wirklich mit der ganzen Menschheit innerlich tief verbunden wäre. Dann eben in dem Stil, wie mit einem Partner/einer Partnerin.

Vielleicht hat sich das ganze Pärchending in (West)europa einfach so brutal individualisiert, dass es für mich manchmal ein stranges Mass angenommen hat. Denn dass sich Pärchen teilweise so stark absetzen und „abgrenzen“ und sich nur noch um sich kümmern hat teilweise schon etwas von Komik. Und ich denke, dass es sicher zum Teil auch kulturell bedingt ist. In anderen Kulturen leben die Familien ja teilweise viel enger zusammen oder fühlen sich viel mehr verbunden. Da sind dann auch die Pärchen stärker in den Familienverbund eingebunden, also in die Gemeinschaft sozusagen. Wahrscheinlich sind beide Konzepte nicht das gelbe vom Ei. Aber ob die individualisierte Gesellschaft in Europa wirklich immer so die Gemeinschaft fördert?

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