Mit ihr sass er oft am Wasser.

Es war einmal ein Mensch (ein er), der hatte soviel Liebe in sich, nur konnte er sie nicht rauslassen, da er ganz verschlossen war. Niemand hatte ihm gezeigt, wie man Liebe gibt. Er wusste eigentlich auch nicht, was Liebe ist. Und schon gar nicht, dass er Liebe in sich hat.

Er wusste ebenso nicht, dass er eine Seele und einen Geist hat und dass er mehr ist als nur sein Körper. Aber der Mensch dachte, dass es nur den Körper gebe (ohne Liebe) und dass das Leben darin bestehen würde, Steuern zu bezahlen, den Eltern zu gehorchen (als Kind) und nichts Falsches zu sagen. Denn das komme nicht gut an, sagte man ihm.

Da er nicht wusste, was Liebe ist, sich sein Sexualtrieb aber trotzdem entwickelte, sah er ein Mädchen und wollte nur mit diesem schlafen. Da er ja nicht wusste, das es sowas wie Liebe gibt, kam ihm etwas anderes gar nicht in den Sinn.

Er wusste viel über Gott, aber er wusste nichts über sich und das Leben. Und eben auch nicht über die Liebe. Einmal da dachte er, jetzt sei es Zeit, Gott wegzulassen (denn mit ihm wurde er nicht glücklich und bekam nichts über die Liebe gelernt) und mehr über sich und über das Leben herauszufinden.

Er war nach diesem Entscheid zuerst alleine, da er das Alte verlor und es nicht mehr gebrauchen konnte. Aber dann lernte er Neues kennen. Und eines Tages da traf er auf jemanden (es war eine sie), die ihm erklärte und aufzeigte, was Liebe ist. Es war ein Erwachen für ihn und er lernte später auch, dass es einen Geist und eine Seele im Menschen gab. Und dass es nicht nur ums Steuern zahlen und den Eltern gehorchen geht im Leben. Er lernte, dass es um das Leben selbst geht und dass man sehr viel über sich herausfinden kann und sich selbst richtig gut kennen muss, um richtig leben zu können. Und er lernte auch, dass er Liebe empfangen muss, um Liebe geben zu können. Das lernte er von dieser sie. Und sie zeigte ihm auch, dass es wichtig ist, sich Zeit für sich zu nehmen und sich selbst anzunehmen. Mit ihr sass er oft am Wasser und mit ihr vergass er mehr und mehr die immerkehrenden Gedanken über seine Pflichten und Erwartungshaltungen der Anderen. Mit ihr füllte er keine Steuererklärungen aus und sie sprachen bei Gott nicht übers gehorchen. Manchmal sprachen sie gar nicht, sondern waren einfach, und wenn sie sprachen, dann sprachen sie liebevoll miteinander und liessen den anderen in die eigene Persönlichkeit eintauchen und diese geniessen. Sie liessen einander in ihre Liebe (füreinander) eintreten und sie lehrten einander, wie wichtig es ist, das Selbst des Anderen ganz anzunehmen und es zu lieben.

Manchmal erinnerte er sich wieder, wer ihn geboren hatte und von wo er abstammte. Immer, wenn es Leute gab, die dieses Datum mit ihm feiern wollten oder ihm dazu Gratulieren wollten. So, wie es eben die Menschen auf dieser Erde zu tun pflegen. Und dabei offenbar einen riesen Spass haben. Aber ihm ist das nicht mehr sehr wichtig. Er lernte viel über seine Seele und seinen Geist. Und dass der Körper verfallen wird, aber die Seele und der Geist nicht. Nicht so viele Menschen beschäftigen sich damit, ist ihm aufgefallen. Aber eigentlich ist das sich beschäftigen mit der Seele, dem Geist und den unsichtbaren Dingen, die es über sich als Menschen herauszufinden gibt, doch essenzieller und gerade so wichtig, wenn nicht wichtiger als immer und immer wieder den Tag zu feiern, wo man auf diese Welt kam. Denn dieses Datum wird nur für eine begrenzte Zeit gefeiert werden können und dann ist die Zeit des Menschen auf dieser Erde vorbei. Und dann? Eben darum, sich mit Seele und Geist zu beschäftigen ist nachhaltig(er).

Und so wusste er auch, dass er, da er jetzt die Liebe kennengelernt hatte und auch Liebe bekommen hatte, seine Liebe in sich drin anzapfen konnte und sie aus sich rauslassen konnte. So ähnlich wie eine Membran, die durchlässig ist, kann Liebe in ihn hineinkommen und seine Liebe für andere kann aus ihm herausgehen. Und er dachte sich, dass er eigentlich die Liebe auch mal mit seinem Sexualtrieb kombinieren oder verschmelzen könnte und dabei schauen kann, was dabei herauskommt.

Die sie fand das jedenfalls ziemlich toll. Es berührte sie und sie konnte seine Liebe richtig aufnehmen, spüren und fühlen. Und er merkte, dass er mit diesem Verschmelzen dieser beiden Dinge sich selbst sehr viel näher kam. Und natürlich auch der andern Person. Sich selbst viel besser spüren konnte. Und das war gut. Sehr gut.

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