Homo sapiens, quo vadis?

Die letzten Tage habe ich wieder ein bisschen über Spiritualität nachgedacht. Und ich denke, jeder hat seine eigene Spiritualität und jedem und jeder soll der eigene Zugang dazu nicht verwehrt werden. Niemand soll seine eigene Spiritualität oder diejenige einer Religionsgemeinschaft oder eines Konzeptes jemandem aufzwingen. Ich denke, wenn man sich mit sich beschäftigt und sich Zeit dafür nimmt, kann man auch offen werden für Spiritualität.

Die Gesellschaft, in der wir in Europa (oder genauer Westeuropa) leben, ist eher hinderlich für den Zugang zur Spiritualität. Sie kennt irgendwie harte Konzepte. Leistung, Geld, Anerkennung, Status und gesellschaftlich definierte Regeln, Konzepte, Werte und Lebensvorstellungen. Anscheinend geht es auch ohne Spiritualität. Denkt man vordergründig. Ist natürlich aber nicht so. Für mich hat Spiritualität auch einiges mit Sensibilität zu tun. Diese wird im Alltag doch recht zurückgedrängt, finde ich. Aufmerksam für andere Menschen sein, für sich selbst, sich selbst spüren und wahrnehmen, die Umwelt allgemein wahrnehmen und spüren, das Wesentliche herausspüren und für die Intuition sensibel zu sein.

Ich denke, obwohl man nur bei sich selber seine eigene Spiritualität findet und nur in sich selber wirklich darauf stösst, können einem andere Menschen dabei helfen, diesen Zugang zu finden. Denn jeder Mensch kann ja was weitergeben und eben auch auf spirituellem Gebiet. Und darum ist ja auch jeder Mensch so besonders, weil jeder einen anderen spirituellen Zugang und Denkweise hat.

Mir wird in letzter Zeit recht stark bewusst, dass die Stimmung bei mir unter anderem davon abhängt, mit was ich mich beschäftige. Lese ich z.B. inspirierende Zeitungsartikel, sonstige inspirierende Bücher, etc., wo einfach der Inhalt meinen Geist stärkt und meine Seele inspiriert, so gehts mir danach echt besser. Schaue ich andere Dinge an oder lese inhaltslose oder sehr uninspirierende Dinge, so gehts mir danach schlechter. Das kann ich so wirklich spüren. Es gibt so viele gute Gedanken von Menschen, so viele inspirierende Menschen oder Lebensgeschichten von ihnen und so viele Dinge, wo man sich dazu Gedanken machen kann. Dazu gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, diese Gedanken und Inhalte auszudrücken. In der Kunst, der Musik, übers Schreiben, in der Arbeit, die man verrichtet, in Worten oder durch Handlungen, explizit oder implizit.

Ich glaube schon, dass der Mensch eigentlich dazu gemacht ist, sich mit inhaltsvollen Dingen zu beschäftigen. Das tut ihm gut. Anderes ist gegen seine Natur und deprimiert ihn. Nur haben wir heute vielleicht oft das Gefühl, der Mensch ist eher für inhaltslose Dinge geschaffen, da wir den Menschen heute teilweise kaum noch kennen, wie er denn in einer inhaltsvollen Welt leben würde. Wir haben uns so an den Menschen gewöhnt, der einfach nur noch funktioniert, der nur noch überlebt, halb im Schlaf und ohne Saft und Kraft in den Knochen. Schon gar nicht mit Inspiration und neuen Ideen ausgestattet. Das ist natürlich ein bisschen überspitzt gezeichnet. Man kann sich fragen, wie sich der Mensch verändern oder wie er funktionieren würde, wenn er sich vorwiegend mit inhaltsvollen Dingen beschäftigen würde, die ihn inspirieren? Würde er wieder vermehrt zur Spiritualität und zur Sensibilität gegenüber sich, den Mitmenschen und der Umwelt allgemein finden? Man darf es annehmen. Und jedenfalls für mich wäre diese Wiederentdeckung des Wesenkerns des Menschen sehr wünschenswert.

By the way, ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass meine teilweisen depressiven Verstimmugen unter anderem auch manchmal eintreten, wenn ich keinen genauen Inhalt in meinem Leben habe, der mich stärkt und innerlich ausfüllt. Natürlich sollte man es sich da auch nicht zu einfach machen mit eindeutiger Ursachenforschung. Aber inspirative Texte, Inhalte, Filme sind schon bessere Nahrung für Seele und Geist und erfreuen diese mehr als „belanglose“ Dinge. Und ich glaube, der Mensch ist einfach dafür gemacht, dass er auch geistige Nahrung braucht, für sein Denken, seine Gedanken, seine Seele. Und das vergisst man manchmal, finde ich.

Und was ich noch sagen möchte: Wenn es nicht gleich sofort klappt mit diesem Veränderungsschritt zu mehr Beschäftigung mit inhaltsvollen Dingen, dann nicht gleich aufgeben. Denn das ist natürlich ein Prozess. Und es ist eben halt auch menschliche, dass man Fehler macht und es auch nicht immer gleich gut klappt. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, es doch zu versuchen.

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