Das wahre ICH.

Er steht da und er spürt einen heiligen Moment, oder das dieser grad, bald, sehr bald, sehr sehr bald oder doch sicher sehr zeitnah kommen würde. Also nicht so eine Heiligkeit, die man sich im religiösen Sinne vorstellt, in der kirchlichen Vorstellung oder so ähnlich. Nein, mehr sanft, für ihn ganz wohltuend, entspannt und er musste sich nicht irgendwie dafür verstellen oder schneller Atmen oder was auch immer. Vielleicht ist heilig dafür auch nicht grad der beste Begriff. Einfach so ähnlich. Oder vielleicht ein wichtiger Moment, ein tiefer Moment.

Er denkt, dass er eigentlich bereit wäre für diesen Moment, wo er endlich durchdringt und mehr sieht, als er bisher sah. Sich spüren kann und leben kann (lebt), wie er ist. Gemäss seinem „Innersten“, wie man so schön sagt, seinem wahren Innersten. Und möglicherweise ist das dann eben gar nicht anstrengend, weil es das „Richtige“ ist, das, was eigentlich ganz zu ihm passt. Und wenn er nicht danach lebt, ist es für ihn anstrengend, weil es ihn überfordert oder nicht passend zu ihm ist.

Er bleibt in dieser Welt, wo er sich grad drin befindet, wo er auf dem Weg ist, sich selbst zu finden, zu sich zu kommen, bei sich anzukommen. Und dann? Ja, dann gilt es ja, dann gemäss sich selbst zu leben. Also leben nicht im Sinne von einem Pflichtenheft, das erfüllt werden muss, sondern er kann dann anders denken. Sein Ich wurde nicht durch das jetzige System geboren oder so, nein, das Ich ist völlig unabhängig vom Materialismus, von aktuellen System. Natürlich „muss“ es in diesem System leben, aber es muss nicht danach denken, fühlen und sein Leben nicht danach ganz gestalten und ausrichten. Das wahre Ich steht über jedem System, der Mensch steht über jedem System.

Er wird still und lässt sich darauf ein, zu spüren, wo sein Ich ist, was es möchte, was es ausdrücken möchte, wie es ist, wie es aufgebaut ist und wie es die Dinge sieht.

Gedanken basieren auf dem Buch Soziale Kunst von Maria Hölzer (2011), S. 155-158 (Kapitel: Der Engel des Tröstens).

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