Im Boot.

Er möchte in seiner Welt sein. Da wird er aber immer wieder rausgerissen. Denn die Welt ist hektisch und immer etwas tun ist angesagt. Schrill und laut ist es oft, die Arbeit ruft und man soll ja auch immer mit einem Lächeln durch die Gegend laufen. Aber er wird schon aus seiner Welt herausgerissen, wenn er ein Dauerlächeln aufsetzen soll oder muss, lustig sein soll und sich nicht anmerken lassen soll oder will, wie es in ihm drin gerade aussieht. Also er wird aus seiner Welt herausgerissen, wenn er in irgendeiner Form eine Maske aufsetzen muss oder nicht müsste, es aber trotzdem tut.

Er möchte nicht viel Wissen müssen, damit er einen guten Eindruck macht, nicht belesen sein, sich richtig ausdrücken können, nicht richtig gekleidet sein, nicht die Höflichkeitsformen beherrschen, nicht die Welt kennen, nicht gute Menschenkenntnis haben, damit er akzeptiert wird und er angenommen wird. Er möchte sein, wie er ist.

Aber ja, wer ist er denn überhaupt? Er schaut zum Ufer, denn er befindet sich in einem Boot auf dem Wasser. Rund um ihn ist Wasser. Und er nahm das Boot und fuhr aufs Wasser, um nachzudenken und um bei sich zu sein. Und um zu spüren, was Wahrheit ist, was sich echt anfühlt, was nicht zerrinnt, wenn man es richtig greifen will. Für ihn ist Wahrheit das, was echt und tief ist, was eine Person wirklich ausmacht. Denn diese Wahrheit hat jede und jeder. Egal wie sie oder er lebt. Ob sie diese Wahrheit von sich selbst entdeckt hat oder nicht, ob das Leben sie überdeckt hat oder ob das Leben sie gerade aufgedeckt hat.

Er selber ist sich noch nicht richtig klar, was denn das Wahre an ihm ist, was echt ist in ihm drin, wie diese Wahrheit aussieht. Und ich denke, es ist der richtige Weg für ihn, diese Wahrheit, dieses Echte von seiner Person, die wahren und echten Aussagen über sich, ganz anzunehmen (denn die Wahrheit ist eh da und geht nicht weg, ob er sie jetzt annimmt oder nicht) und aus dieser Perspektive heraus zu leben.

Er rudert zurück zum Ufer, macht das Boot fest und steigt zurück an Land. Er steigt eine kleine Anhöhe hinauf, setzt sich hin und schaut auf den See, der unter ihm liegt. Er braucht jetzt noch einen Moment für sich und dafür, die gehabten Gedanken setzen zu lassen.

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