Die Gesetze des Kapitalismus.

Manchmal denkt er, dass er auch wie die anderen Freude hier auf dieser Welt haben MUSS. So wie die anderen Freude am Sex, Freude an der Lust, Freude am Flirten, Freude am Draussen sitzen am Abend, Freude an einem guten Glas Wein, Freude am Zusammensein mit anderen Menschen und Kolleginnen und Kollegen, Freude am Geniessen, Freude an so vielen Dingen mehr. Freude am Leben.

Manchmal fällt es ihm echt schwer, Freude zu haben. Vielleicht will er es gar nicht. Vielleicht ist es ihm zu profan, diese Dinge hier und er möchte lieber, dass etwas anderes kommt und etwas, dass nur er hat, nicht gemeinsames Teilen. Vielleicht möchte er auch einfach anders sein als die anderen. Vielleicht denkt er, um Dinge tief erleben zu können und die Dinge speziell empfinden zu können, sei Freude nur hinderlich. Weil Freude Freude ist und irgendwie immer einfach nur Freude. Irgendwie ohne grosse Nuancen, Freude ist einfach Freude. Vielleicht versucht er irgendwie in der Melancholie mehr Nuancen zu finden, tiefer zu erleben und wahrnehmen zu können und eher inspiriert zu werden oder was Neues zu entdecken. Vielleicht ist Freude auch ähnlich wie Verliebtsein. Verliebtsein ist nun einfach mal Verliebtsein. Sicher sehr schön, aber ob die grosse Tiefe in diesem Gefühl ist und ob man da drin neue Wege sieht und nicht nur die Oberfläche?

Ich denke, er sucht sich Menschen, mit denen ihn etwas ähnliches verbindet, vielleicht ein bisschen wie eine Seelenverwandschaft. Ansonsten ist es für ihn auch gut, mit sich selbst zu sein. Zumindest in guten Zeiten. Und vielleicht ist unsere westliche Welt mit ihrem Konsumsystem und den Gesetzen des Kapitalismus und des Geldes auch nicht förderlich, dass Menschen wie er zu wahren Werten und wahren Empfindungen kommen. Und dass sie aus dem vorherrschenden System ausbrechen können und zum Wahren finden können. Ich glaube, bevor man aber damit anfangen kann, muss man das aktuelle System kritisch hinterfragen und durchschauen. Dann ist man wohl bereit, mal in sich zu schauen, den anderen Menschen mit neuen Augen zu betrachten und zu wahren und „richtigen“ Dingen zu kommen.

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