Ihr macht mich so agressiv! Oh Gott, warum nur?

In diesem Beitrag beschreibe ich kurz, wie meine Eltern, und insbesondere mein Vater mich häufig agressiv machen. Das soll nicht polemisch wirken, es beschreibt einfach meine Gefühle und was es mit mir macht.

Manchmal, wenn ich meinen Vater und auch meine Eltern zusammen irgendwo begegne, werde ich innerlich agressiv. Irgendwie ist es mir unwohl und es ist so das Gefühl da „ich möchte verdammt nochmal endlich selbständig sein und nicht von eurer Freundlichkeit und du-bist-unser-lieber-Sohn-Aussagen abhängen oder wie eine Art abhängig sein“. Es ist irgendwie etwas, dass eine innere Agression auslöst. Aber für mich zeigt das definitiv, dass ich (noch) nicht als eigenständiges Wesen funktioniere (innerlich). Die Schuldfrage ist eigentlich obsolet, das muss auch nicht die „Schuld“ meiner Eltern sein, das kann auch an mir (und/oder) meiner Persönlichkeit liegen.

Ich hatte mal einen Traum, wo mein Vater irgendwie das Herz rausgerissen wurde und er starb. Das war mir sowas von egal, kein Gefühl, nichts. Ich war auch noch so blöd, das meinen Eltern zu erzählen. Sehr sensibel wie ich bin.

Ich kann mir vorstellen, dass es damit zusammenhängt, dass ich in meiner Kindheit kaum richtigen und engen Kontakt mit meinen Peers hatte und dass wir als Familie teilweise schon ein bisschen abgeschottet von der Umwelt waren. Danke Religion, muss man auch sagen.

Mir scheint, dass ich nie richtig ohne meine Eltern gelebt habe. Aber das muss man. Das braucht es. Und jetzt versuche ich das irgendwie. Niemand ist sein Vater oder seine Mutter. Das muss einfach mal richtig klar gemacht werden. Ich bin auf der Welt, zwar biologisch aufgrund der Vereinigung von meinem Vater und meiner Mutter. Aber ICH, bin in erster Linie mich und ihnen eigentlich auch zu gar nichts verpflichtet. Ich muss mich nicht zu ihnen zugehörig fühlen. Denn, das ist ein weiterer Punkt, der mich stört. Das Hineingeborenwerden in eine Familie. Das kann so brutal einengend sein. Manchmal versteckt es sich im Aufgehobensein und in Friede, Freude, Eierkuchen. Aber gleichzeitig hält das mich irgendwie davon ab, selbst zu leben und zu verstehen, dass ich geboren wurde, um nicht zugehörig zu irgendwem oder einer Familie zu sein. Sondern ich bin geboren, um frei zu sein. Das ist doch eigentlich der Sinn vom Geborenwerden.

Hinweis: Text modifiziert am 29.08.18.

 

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