Shenzen: Wartete, wartete, wartete.

Shenzen sass am Ufer. Vor ihm Wasser. Blicken. Etwas rief ihn. Spürte er. Schon lange. Seit Geburt, oder vorher schon. Wusste er irgendwie. Rufen. Oder es war da. Bei ihm. Irgendwie. Ging niemanden etwas an. Seine Sache. Persönlich. Würde er vielleicht mit seiner Freundin teilen. Wenn Seelenverwandt. Oder auch nicht. Oder auch mit niemandem. Darüber sprach er kaum. Nicht mehr. Die Welt, schwer für ihn. Das Rufen oder das Dasein von diesem Etwas blieb aber. Irgendwie lebte er nur dafür. Vielleicht war ihm das das Wichtigste. Und alle sonst gingen Reisen, machten Familie, bauten Häusschen. So n Scheiss. Konnte er nicht so richtig verstehen. Das, was ihn rief, da war, war doch viel tiefer. Wirklich wichtig und machte Sinn. Vielleicht später mal. Wenn die Welt vorbei war. Das Reisen, die Familie, die Häusschen, die scheiss Häusschengärten, die Zäune darum. Irgendwie zum Kotzen und so unwichtig. So untiefgehend. Warum wurden anscheinend einige Menschen glücklich mit Häusschen, Gärtchen, Kindchen, Rasenmäher, Zeitung vom Kiosk, Zigaretten, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, dann Ausflug, irgend ein scheiss Konzert geniessen, irgendwie scheiss lustig sein, am Montag davon erzählen, Pause, Znüni, Kaffee. Was für ihn irgendwie noch an dieses Rufen, das Dasein herankam, war der Sex. Irgendwie ging es auch hier um was Wesentliches, um die Tiefe und irgendeinen Sinn. Keine Arbeit. Nur Sein und ohne das Ganze Häusschenbauzeugs. Also, das Rufen, das Dasein und der Sex. Und sonst? Sonst wartete er. Irgend was hatte es mit Sehnsucht zu tun. Vielleicht aber auch mit Wissen, was er in sich wusste, spürte. Das ging nicht einfach so vorbei.

Wasser vor ihm. Er dachte. Oder nein, er wollte nicht denken, er wollte das in sich spüren, was da rief/oder da war. Was, das er nicht beschreiben konnte. Und etwas, das man nicht richtig einfangen konnte. Und das Wasser vor ihm. Vor ihm. War. Blieb. Und er blieb ebenfalls. Wartete. Wartete. Mal traurig, mal pseudohormonglücklich, ab und zu richtig glücklich, wenn er Tiefe in Beziehungen spürte. Dann wieder traurig, traurig, traurig, traurig. Wartete er. Und wusste aber schon immer, was da war.

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