Ich? Ein Arschloch?

Hallo zusammen

Hier folgt mal der etwas andere Bericht über mich. Ich schreibe das mal nieder, damit es mal „gesagt“ ist. Und das schreibe ich nicht aus einem Anfall von Tristesse, sondern dass nehme ich so wahr, spüre ich und dazu bin ich auch aus Erfahrungen im Umgang mit anderen gekommen.

Also, ich glaube, ich bin arrogant, verletzend, sarkastisch. Manchmal lebe ich das echt aus, manchmal hindert es mich. Glaub zurückgelassen werden teilweise verletzte Leute und Leute, die denken „dann leck mich doch am Arsch“. Ist es nur meine Einbildung? Denk ich eben nicht. Und wenn nicht, wie sieht die Zukunft diesbezüglich aus. Ich, ein Arschloch. Daran muss ich mich noch gewöhnen. Tja, soviel zu meiner Selbsteinsicht.

Ehrlich gesagt, ziehe ich mich dann häufig zurück, respektive gehe in einem Gespräch nur soweit, wie ich denke, ich kann es gut überspielen, respektive schauspielern. Denn ich habe Angst, dass mein „wahres“ Ich (ich weiss, ein bisschen ein doofes Wort, aber nennen wir es mal so) zum Vorschein kommt und ich dann quasi mich so zeige, wie ich eigentlich denke und auch handeln würde. Das ist dann natürlich nicht lustig, weil ich mich ausgeschlossen fühle, weil ich eben denke, dass ich kaum eine Freundschaft aufbauen kann, weil das bei der Arroganz und ja, auch manchmal ein bisschen Menschenverachtung, natürlich nicht gehen würde. Ich denke, Leute reagieren unterschiedlich auf dies. Ganz ehrliche Leute, denen man nichts vormachen kann, würden dies dann natürlich offen ansprechen. Andere vielleicht sind diplomatischer, wollen es nicht wahrhaben oder die Beziehung geht einfach nicht (oder nie) so tief, dass es auffallen würde.

Natürlich weiss ich dafür auch grad keine super Lösung. Vielleicht hilft die Einsicht schon mal und vielleicht helfen Freundschaften eben doch, wo ich dann eben von mir aus Menschen treffe, wo ich mich selber überdenke, weil es mir an ihnen und an der Vertiefung der Freundschaft gelegen ist. Zudem weiss ich nicht genau, inwieweit das bei mir diagnostizierte Asperger-Syndrom da eine Rolle spielt. Aber irgendwie kann das doch nicht die Erklärung für meine Arroganz, Herabschauen auf andere und teilweise menschenverachtende Denkweise, Worte oder Handlungsweise sein.

Natürlich auch zu einfach ist es, wenn ich sage, wenn das weg ist, bin ich der glücklichste Mensch auf Erden, weil dann echte Beziehungen möglich sind und ich mich auch dazugehörig fühlen würde.

Soviel dazu.

Bis bald.
thoughts on life

6 Kommentare zu „Ich? Ein Arschloch?

  1. Hallo! Als ich das gelesen habe, musste ich direkt an meinen Mann denken.
    Bei ihm haben wir den Verdacht auf ASS, bei unseren Großen ist es bestätigt.
    Ein Vorgesetzter sagte einmal zu meinen Mann „Du bist das netteste Arschloch, das ich kenne.“
    Ich denke, nach mittlerweile 17 Jahren, das geht nicht weg. Aber mein Mann hat gelernt. Er kann jetzt mit Menschen sprechen, er kann Konflikte mit mir mittlerweile klären und er kann sich der Erwartungen der Situation entsprechend benehmen. Er sagte mir einmal, er spielt Rollen. Rollen die erforderlich sind. Bis dahin war es ein langer Weg und es ist und bleibt oft schwierig. Aber man kann damit leben.
    Ich bin mir sicher, dass auch du das in den Griff bekommen wirst.
    Lg Das Schokodil

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Interessant, dass du dich und deinen Mann in meinem Text so gut wiederfindest.

      Liebe Grüsse!

      1. Naja, wenn man sich mit ASS etwas auseinandersetzt und berichte Betroffener hört/liest, dann hat man so seine AHA-Effekte. Also, du bist nicht allein. Schönen Start in die Woche wünsche ich.

  2. Hey,
    Ich finde es toll, dass du deine Persönlichkeit aus einer anderen Sicht betrachtest, wobei Menschen meist den Fokus auf ihre positiven Merkmale setzen. Du schreibst sehr reflektiert und das finde ich irgendwie sympathisch.
    Ich komme eigentlich mit vielen verschiedenen Menschen klar, solange sie nicht herablassend werden und andere verletzen. Aber menschliche Beziehungen sind untereinander immer sehr unterschiedlich!

    Stört es dich, dass du manchmal nicht „du“ sein kannst? Oder akzeptierst du dich selbst genau so, wie du bist?

    Liebe Grüße!

    1. Hey, hm ich hatte teilweise eben, so glaub ich, ein bisschen ein zu optimistisches und zu positives Selbstbild von mir (wobei das jetzt nicht heisst, dass ich ein gutes Selbstbewusstsein habe/hatte) und ich muss(te) mir einfach eingestehen, dass ich eben wirklich verletzend sein kann und arrogant, etc. Klar, wünschte ich mir, dass ich einfach „mich“ sein kann. Aber einfach unter der Voraussetzung, dass ich dann „gut“ bin und es gut dabei rauskommt. Und ob ich mich so akzeptiere, wie ich bin? Ich denke, ein bisschen ja, weil ich nicht unbedingt immer der „Gutmensch“ sein muss (sein will). Aber natürlich wünsche auch ich mir, dass ich in meinem Innersten ein einfühlsamer Mensch bin, der gute und echte Beziehungen eingehen kann. Und wenn das nicht so möglich ist, hadere ich dann schon.

      Liebe Grüsse!

      1. Ich kann auch verletzend sein. Manchmal merke ich es nicht. Ich habe diese Angewohnheit von einem Elternteil. Aber nur weil wir schlechte Eigenschaften haben, heißt das nicht, dass wir schlecht sind.:)

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