Samira und Santas gingen noch dort und dorthin.

Santas war Samira und Samira war Santas. Verführung mal umgekehrt. Dienstag. Abend. Santas kam vom Kino. Irgendso ein Kunstfilm, den er sich angeschaut hatte. Samira war mit ihrem neuen Projekt für ihr Studium beschäftigt. Als sie beide sich zu einem Kaffe trafen, wollten sie noch möglichst viel machen. Zuerst ins Kino, um sich bisschen einzustimmen auf den Abend. Es lief was von einem Mädchen, das sich in einen Fisch verwandelte. Also so echt. Am Ende fuhr dieses Mädchen mit ihrer besten Freundin zum Meer, wo sie im Meer und in der Freiheit verschwand. Dann gings weiter in die Stadt, wo Samira ein paar Kolleginnen kannte. Und mit ihnen und ihren Kollegen gings weiter zum See. An ein Plätzchen, wo es nicht so von Leuten wimmelte. Samira knutschte bisschen mit Roberto. Santas bisschen mit Violetta. Irgendwer hatte Gras mitgenommen. Ein Joint machte die Runde, dazu immer ein paar Schlücke von so irgendeinem billigen Vodka. Dann spielten sie das Spiel Wahrheit oder Pflicht, wobei die Pflicht darin bestand, jeweils ein Kleidungsstück auszuziehen. Am Schluss waren sie alle nackt. Als sie ihr Fleisch und Gemüse brieten, blieben sie nackt. Denn es war dunkel geworden. Und wer schon war denn jetzt noch da. Ein bisschen war es ein Gefühl von Freiheit, mal nicht angezogen zu sein und so in einer Gruppe zu sein. Bisschen lustig. Und in dem Moment störte es auch nicht. Nur mit dem Nötigsten bekleidet, gings zu Philia, einer Kollegin von Samira, in ihre WG. Und dann weg mit Konventionen, weg mit so machstes und so und so und nicht anders. Und Samira ging mit Roberto in ein Zimmer und Santas mit Violetta und dann trafen sich alle vier, um gemeinsam weiterzumachen.

Als sie alle schliefen, dachte Samira im Traum an eine Eidechse, die sie beobachtete. Die war gelb mit blauen und roten Klecksern drauf, und die schien nichts Böses über sie zu denken und auch nicht war sie der Gutmensch Jesus von Nazareth. Nach einer Weile schlüpfte sie in eine Spalte zwischen zwei grossen Steinen und verschwand. Santas dachte da schon expliziter. Er träumte vom Sex mit der Mutter einer Kollegin. Obwohl er sich das im richtigen Leben noch nie so vorgestellt hatte, träumte er es. Es fühlte sich weder goldrichtig noch einfach nur falsch an, es passierte einfach und es war so ok und gut so.

Am Morgen wachen sie auf. Samira und Santas gehen noch dort und dorthin. Noch ein bisschen reden und irgendwo was frühstücken. Dann gehen sie in den Tag hinein. Und denken mal dort und mal dorthin und fühlen mal das und mal jenes und sprechen mal so und mal so und leben so und so.

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