Ein Schritt nach dem anderen.

Die Geschichte handelt in unserer Zeit. Die Protagonist*innen machen sich jetzt bereit, um die Geschichte zu erzählen.

Unsere Protagonist*innen:

-Die Seele (intersexuell)
-Der Baum (Ein Mann)
-Die Flöte (Eine Frau, bisexuell)
-Der Grashalm (Ein Mann, hetero)
-Das Löwenzahn (Transfrau, steht auf Männer)
-Die Orchidee (Eine Frau, homosexuell)
-Theodor und Liliane (zwei Menschen)

Die Seele im Baum ist zufrieden. Denn das Wetter ist weder zu heiss noch zu kalt. Sie tätschelt den Baum von innen her und liebkost ihn. Denn sie hat ihn lieb. Die Flöte flötet dem Baum zu. Gerade heute hat sie Lust auf was Männliches und dieser Baum ist nicht von schlechten Eltern, denkt sie. Der Baum wird erregt und rot im Gesicht. Schon lange hat ihm niemand mehr auf diese Art zugeflötet. Der Grashalm singt und jauchzt. Denn: Er wurde gerade vom Löwenzahn angestupst. Verlegen schwingt er mit seinem Halm hin und her und wagt nicht, das Löwenzahn dabei anzublicken. Denn es ist eine sie. Die Orchidee spriesst jetzt empor und schaut zum Löwenzahn. Da aber das Löwenzahn auf Männer steht (und die Orchidee das sofort merkt), schaut sie zum Grashalm, dann zum Baum, abwägend, wo sie gleich einsetzen will. Sie entscheidet sich für den Baum, denn die Orchidee spürt, dass der Baum eine Seele hat und diese doch recht einladend ist. Sie umschlingt den Baum mit ihren Blüten und rekelt sich an ihm hoch. Der Baum, immer noch erregt von der Flöte, wird noch erregter und ein bisschen Harz schiesst aus seiner Rinde in eine der Blüten der Orchidee. Die Protagonist*innen üben sich weiter in der Liebe und im Leben leben. Und so geht das den ganzen Tag.

Zwei der Protagonist*innen dieser Geschichte fehlen noch. Theodor und Liliane sitzen am Feuer. Es ist Abend. Ein Joint geht zwischen den beiden hin und her. Und Theodor muss fast kotzen. Denn der Tag hat ihm zugesetzt. Diese Welt! Manchmal kann er sich eigentlich nicht erklären, warum sie ihm so zusetzt. Oder ist es denn gar nicht die Welt, sondern in ihm drin, das das Problem ist. Liliane nimmt einen weiteren Zug vom Joint und sieht den anderen Protagonist*innen bei ihrem Treiben zu: Der Seele, dem Baum, der Flöte, dem Grashalm, dem Löwenzahn und der Orchidee. Das Feuer geht aus und es wird dunkel. Der Joint ist ausgeraucht und die beiden, Theodor und Liliane, sitzen dann schweigend da. In Gedanken oder auch nicht. Etwas denkend oder vielleicht auch nur still vor sich hinatmend. Ein Atemzug nach dem anderen. Ein Schritt nach dem anderen. Ein Tag nach dem anderen. So, wie das Leben eben geht. So denken einige. Andere aber auch nicht. Aber ein Gedanke nach dem anderen: Das mag wohl für alle stimmen.

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