Dann hat er es geschafft und schläft ein.

Er wurde wieder mal in seinen Grundfesten erschüttert. Von wem? Das spielt keine Rolle. Zumindest nicht für diese Geschichte. Und wodurch? Auch das lassen wir hier weg. Nur soviel: Es war etwas, was ihn an sich zweifeln liess. Und an seiner Haltung. Und in dem, nach welchem er strebt (oder doch zumindest gestrebt hat). Er hat auch keine grosse Lust, darüber gerade gross zu reden. Wenn es ihn befreien würde, dann vielleicht schon. Aber nicht jetzt.

Er wartet jetzt auf den Morgen. Denn am Abend hat er oft zu kämpfen. Wird seine Gedankenwelt anders und er ist sehr leicht zu verunsichern. Er fühlt sich dann plötzlich gedrängt, sich mitzuteilen, sich einer Frau mitzuteilen, nach der er schmachtet, oder jemandem zu schreiben, was er gerade fühlt, sich irgendwo und bei irgendwem für irgendwas zu entschuldigen oder sonst etwas, das er am nächsten Morgen bereuen würde. Ja, wenn es ja nur einmal, an einem Abend wäre. Aber es kehrt immer wieder. Er weiss nicht genau, was da die richtige Strategie ist. Lernen, damit umzugehen? Oder irgendwas unternehmen, dass es anders wird?

Er hält sich im Zaum, zumindest an diesem Abend (und zumindest mehr oder weniger) und denkt an den nächsten Morgen, wo die Gedanken wieder anders sein würden. Dann hat er es für heute geschafft und schläft ein.

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