Die Christen und ihr dunkler Fleck oder wie mich die Weihnachtsfeier und ihre Atmosphäre krank machen.

Hallo zusammen

In den letzten Tagen habe ich den Entschluss gefasst, dieses Jahr die Weihnachten nicht mehr zu feiern. Also dies betrifft vorallem die Familienfeste, wo ich nicht mehr hingehen will. Vielleicht werde ich es dieses Jahr auch auf allfällige weitere Familienfeste ausweiten, wenn es denn solche geben würde.

Dies hat jetzt nur bedingt etwas mit meiner Abkehr vom Glauben zu tun. Aber doch auch nicht nichts. Es ist glaub ich eine Verwebung von einer Umgebung, wo ich mich nicht wohl fühle und diese Umgebung ist eben auch mit dem Glauben verwoben. Beide Elternteile kommen aus christlichen Elternhäusern und so sind sie auch geprägt worden. Das haben meine Eltern dann an mich weitergegeben und so weiter. Vielleicht kann ich der sein, der aus diesem Ganzen ausbricht. Was für eine Ehre (mein ich jetzt ernst, ohne Ironie). Ich habe bis jetzt gedacht, eigentlich fühle ich mich doch ganz wohl an diesen Weihnachtsfeiern und anderen Familienfesten. Die Leute sind eigentlich fröhlich und der Einfluss der Religion hat mich eigentlich auch nicht extrem gestört. Aber so ganz meine Welt war es eben trotzdem nicht und zumindest das habe ich schon immer gespürt. Jetzt, da ich mich mehr und mehr vom Glauben und aus dem christlichen Umfeld wegbewege, wo ich drin war und mich vorallem auch vom christlichen Denken löse und mich öffne für anderes, fällt mir einiges auf, was mir nicht aufgefallen ist, als ich noch im ganzen richtig drin war.

Momentan habe ich dies These, dass die Christen nicht wirklich frei sind. Irgendwo in ihnen eine Melancholie herrscht, eine Traurigkeit, ein schwarzes, dunkles Etwas, das tief versteckt ist, aber doch da ist. Eine mögliche Deutung für diese innerliche Unfreiheit liegt für mich auf der Hand. Zwar glauben sie, dass Gott gut ist und er das Beste für sie will und immer bei ihnen ist, usw, usw. ABER: Trotzdem möchten sie (das ist jetzt meine These) eigentlich wirklich leben, ohne den Dogmatismus des Christentums, ohne einen Gott, den sie ständig anbeten und verehren müssen, ohne ständig nach der Bibel leben zu müssen, ohne immer evangelisieren zu müssen. Und sie möchten auch einfach nur Mensch sein, die menschlichen Bedürfnisse anerkennen und wissen, dass diese Bedürfnisse zum Menschen gehören und sie sie auch ausleben dürfen. Mir wurde früher gesagt (jedenfalls habe ich das so aufgefasst), dass die sogenannt Ungläubigen eigentlich nicht die wahre Freiheit hätten und es nur wahre Freiheit gibt und wahre Freude, wenn man gläubig wird und Gott einem das alles schenkt. Ich zweifle mittlerweile sehr an dieser Aussage, denn vielleicht mögen viele Christen, die ich kenne, nach Aussen fröhlicher und glücklicher wirken, aber es fehlt für mich oft der Bezug zum echten Leben. Zum ungespielten Leben. Und immer mit glücklichen Menschen zusammenzusein, kann einen auf Dauer vielleicht sogar kaputt machen. Meine Erfahrungen, die ich gemacht habe, zeigen mir einfach, dass Menschen, die keine Christen sind, viel mehr zu ihren (menschlichen) Bedürfnissen stehen (können) und schon dies allein gibt Freiheit aus meiner Sicht. Und ich glaube auch nicht, dass man ohne an Gott zu glauben, nicht glücklich werden kann und nicht wirklich frei werden kann. Denn um wahre Freiheit und das wahre Glück und die wahre Erfüllung zu finden, ist meines Erachtens nicht der Glaube ausschlaggebend oder massgebend, sondern die Frage, wie weit man zu sich selbst gefunden hat und wie weit man sich selbst lebt. Sich selbst zu leben hat meiner Ansicht nach eine extrem grosse Kraft.

Also zurück zur Weihnachtsfeier. Ich suche für mich jetzt nach einer Atmosphäre, wo ich mich wohl fühle (und das ausserhalb von Familienfeiern, die durch die Atmosphäre von meiner-nicht ausschliesslich, aber zu einem grossen Teil christlich geprägten-Familie bestimmt wird) und wo ich ganz mich selbst sein kann. Ohne dass ich in eine Atmosphäre hineingedrängt werde, die mir nicht guttut und mich kaputt macht und schon fast übergriffig handelt an mir. Deshalb finde ich, ist ein mein Entscheid nach 33 Jahren Familienfeiern, jetzt auch mal sagen zu dürfen, nein, mir tut diese Atmosphäre nicht mehr gut, sie macht mich wirklich langsam krank, und ich muss da jetzt mal raus, ich muss jetzt dringend auf mich schauen und zu mir schauen.

So, das war mein Beitrag zur Familien-Weihnachtsfeier. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen verstehen können, was ich sagen wollte.

Alles Gute und liebe Grüsse von
thoughts on life

2 Kommentare zu „Die Christen und ihr dunkler Fleck oder wie mich die Weihnachtsfeier und ihre Atmosphäre krank machen.

  1. Ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Ich müsste da auch erst mal raus. Aber was ist das bloss für ein „christliches Denken“, von dem man sich zuerst lösen muss, um offen zu werden für anderes und andere? Das christliche Denken, das ich kenne besteht ja gerade in der Offenheit für anderes und die Welt. Und es umfasst und ermöglicht für mich genau das, was Du als Sehnsucht beschreibst.

    1. Ja, bei mir ist es halt in der Tat so, dass ich mich vom christlichen Denken rausbewegen muss, damit ich offen sein kann und die Welt so wahrnehmen kann, wie ich das eigentlich möchte.

Kommentar verfassen