Gott mag es nicht geben. Aber Wunder schon.

Er sass da und sie war da. Er wünschte sich, von ihr angenommen zu werden, aber er glaubte nicht wirklich daran. Er hatte andere Erfahrungen gemacht. Alle die er’s und die sie’s in der Welt hatten ihn nicht willkommen geheissen in ihrem Kreis. Er war wahrscheinlich von Grund auf nicht abgeneigt den Menschen gegenüber. Aber es ist schwierig, zu vertrauen, wenn man nicht angenommen wird. Und dass die sie’s ihn nicht wollten oder ihn ablehnten (so nahm er es jedenfalls wahr) schmerzte ihn ziemlich. Es prägte ihn und tat noch immer weh. Sie sass da neben ihm und bestärkte ihn in seinem er-Sein. Er hatte es nicht erwartet und war erstaunt. So wie man erstaunt und verwundert ist, wenn sich aus einer eingepuppten Raupe ein Schmetterling entwickelt und man das das erste Mal sieht. Er dachte nicht, das sie Lust hatte, mit ihm zu schlafen. Er dachte sowieso vieles, das nichts mit Liebe zu tun hatte. Sie fand ihn toll und einen besonderen Menschen. Sie war an ihm echt interessiert. Ihm wurde warm und er wollte einfach diesen Zustand geniessen. Nichts mehr. Er dachte, dass es zwar Gott nicht geben möge, aber doch noch immer Wunder geschehen würden. Und so eins war gerade geschehen. Jedenfalls er würde es als ein Wunder bezeichnen. Und dass das ausgerechnet ihm passierte, war einfach so ungewöhnlich für ihn. Die sie kam näher zu ihm und küsste ihn. Er wusste, es war echt und es hatte Substanz. Daran hatte er nicht mehr geglaubt. An diese Substanz. Dass er es greifen konnte und es blieb. Er konnte es wirlich geniessen und er war glücklich. Das Glücksgefühl blieb, auch nachdem sie miteinander geschlafen hatten. Oder war es mehr als Glück? Einfach irgendwie ein Sinn. Ein Sinn mit Substanz und ein Sinn, der echt war. Und er wusste, sie war echt und ja, er wohl auch. Und das zwischen ihnen hatte Substanz und war echt. So sassen sie viel beieinander und er genoss es, wie sie ihn liebte. Wirklich. Und ja, sie hoffentlich auch. Das jedenfalls sagte sie ihm.

Inspiration: „This Woman’s Work“ von Kate Bush. Danke Kate Bush.

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