Der Mann will immer nur EINES. Sex. Sex. Sex.

Der Mann denkt immer nur an eines. An Sex. Er will nur eines. Sex. Hier eine kurze Auseinandersetzung mit dieser These.

Klar, alle (oder sicher viele) würden mir da sofort widersprechen (oder gerade auch nicht?) und sagen, das ist ein überzeichnetes Klischee vom Mann und seinem „Trieb“. Aber ist es das wirklich?

Nehmen wir einmal an, die These würde zu einem guten Teil stimmen. Dann würde sich für mich die Frage stellen, was zu dieser Sexzentriertheit des Mannes geführt hat. Klar, man kann sagen, diese Sexzentriertheit wäre per se nicht schlecht. Gehen wir mal davon aus, dass die Sexzentriertheit so ist, dass einige damit ein Problem haben und es sich anders wünschen. Dann könnte es entweder im Mann selbst angelegt sein. Also, naja, er ist nun mal so. Er wurde quasi so geschaffen. So ist er eben. Der Mann. Andererseits kann man sich fragen, ob es ganz oder zu einem Teil sozial konstruiert wäre. Er also als junger Mann in diese Richtung geführt wird. Ihm dieses Bild gezeichnet wird und er sich dann in seinem Denken und Handeln diesem Bild des Mannes anpasst. Da ja logischerweise dieser junge Mann auch ein richtiger Mann sein will. So wie die Gesellschaft eben einen „richtigen“ Mann darstellt. Dieses Bild könnten die jungen Männer dann untereinander zementieren und sich in diesem Bild bestätigen, da ja alle so denken. Vielleicht wünschten sie sich insgeheim eine Hilfeleistung von den Frauen. Und wünschten sich von ihnen eine differenzierte Ansicht darüber. Gehen wir jetzt einmal davon aus, diese Hilfestellung von gleichaltrigen jungen Frauen würde ausbleiben und sie würden dem Mann zu erkennen geben, dass sie es auch unbedingt machen wollten. Dieser junge Mann, oder diese jungen Männer würden weiter darin bestätigt, dass es schon früh um Sex geht und dies quasi über Sein und Nichtsein entscheidet. Dazwischen gibt es natürlich die Möglichkeit, dass diese Sexzentriertheit teils im Mann angelegt ist als auch teils sozial anerzogen ist.

Was ich damit sagen will, ist, dass es schlicht und ergreifend sinnvoll ist, sich einmal genauer mit diesem Thema auseinanderzusetzen. So pauschalisierende Thesen, die immer wieder rumgeistern, und eben mehr als nur rumgeistern, tragen sehr wenig zur echten Auseinandersetzung mit diesem Thema bei. Genau wie bei sexistischen Vorurteilen, die man bei der Frau hat (und mit denen man sich auch nicht zufriedengeben kann) finde ich es auch wichtig, sich gleichermassen mit Vorurteilen, die man gegenüber dem Mann hat, auseinanderzusetzen. Ich plädiere sogar für einen neuen Mann und eine neue Frau. Zumindest in der gesellschaftlichen Diskussion sollten wir unbedingt diesen neuen Mann und diese neue Frau kreieren. Und das beginnt in unseren Köpfen. Einmal raus mit all dem Müll, der unser Denken vom Denken abhält. Einfach mal von vorne anfangen und auch offen sein für Ungewohntes, auf das man eben gar nicht kommt, wenn all die Vorurteile im Hirn rumgeistern. Ja, das braucht seine Zeit. Aber ich für mich persönlich will mich nicht zufriedengeben mit den gängigen Denkmustern (der Gesellschaft). Ich versuche auch, in Diskussionen und Gesprächen diese Vorurteile nicht weiter zu beflügeln, auch nicht ironisch oder als ein Witz verpackt. Sonst verstärken sie sich aus meiner Sicht nur noch mehr in den Köpfen.

Klar, diese Diskussion um die sogenannte Sexzentriertheit des Mannes (oder eben sogar unserer Gesellschaft) bewegt wohl längst nicht alle so stark wie mich. Aber mich stört es auch persönlich, wenn man sich nicht dazugehörig fühlt, ausgeschlossen oder als nicht normal, wenn man halt mal ohne Sex lebt. Und wer will sich denn von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen? Ich zumindest nicht. Mir ist es eigentlich sehr wichtig, dass ich offen bin für die Gesellschaft, dass ich mitdenke, und mich auch dazugehörig fühle. Mich lässt das nicht kalt.

So und jetzt gibt’s hier für den sexzentrierten Mann (und die sexzentrierte Frau) und auch für die nicht sexzentrierten Zeitgenossen und Zeitgenossinnen ein paar Vorschläge für den nächsten (hoffentlich nicht sexzentrierten) Sex:
-Im Bett des WG-Kollegen oder der WG-Kollegin.
-In der Dusche.
-In der Badewanne.
-Im Wald beim offenen Feuer.
-Im Wald, wenn der Fuchs auf Jagd geht.
-Am Fluss nachts.
-Im Zelt, wenn es nieselt.
-In der privaten Sauna eher nicht (falls man nicht an einem Hitzeschlag sterben will).
-Vor dem offenen Fenster, damit der Nachbar/die Nachbarin zuschauen kann.
-Im Freibad (wenn man eingeschlossen wurde, dann hat man auch die ganze Nacht Zeit).

Aber ja, jetzt habe ich die eingangs gestellte Frage doch noch nicht richtig beantwortet. Stimmt es wirklich, dass der Mann so sexzentriert ist? Liegt das in seiner Natur? Man könnte davon ausgehen, wenn man sich so rumhört oder wenn man der gesellschaftlichen Diskussion darüber folgt. Doch ich persönlich habe immer mehr Zweifel, dass dies wirklich die Natur des Mannes ist. Wie würde sich doch die gesellschaftliche Diskussion über den Mann verändern, wenn man diese These als nicht naturgegeben betrachten würde und dann zielführender über den Mann sprechen könnte. Wäre das die nächste Revolution unseres Denkens?

2 Kommentare zu „Der Mann will immer nur EINES. Sex. Sex. Sex.

  1. Sehr interessanter Eintrag! Ich würde dir insofern zustimmen, dass man Klischees nicht sofort glauben/ widersprechen, sondern zunächst hinterfragen sollte. Die Idee einer neuen Frau und eines neuen Mannes finde ich auch spannend! Man könnte noch hinzufügen, dass die Rubriken „Mann“ und „Frau“ sehr unterschiedlich ausfallen und sich durch Alter, Herkunft etc. ausgrenzen.

    Liebe Grüße!

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ah ja, stimmt, die Rubriken „Mann“ und „Frau“ können unterschiedlich ausfallen. Danke für die Ergänzung. Lieber Gruss von thoughts on life

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