Die Frage.

Das Weltall fragte, wer bist du? Die Sonne brannte. Ich scheine, sagte sie. Der Mond schien nicht, aber er fragte, was kann ich machen? Die Meise auf der Erde flog in die Lüfte und sang. Ein Apfel fiel vom Baum. Neben einen Stein, der dem Apfel bedeutete, ihm eine Frage zu stellen, so wolle er sprechen. Der Apfel fragte nichts. Aber die Birne, die zum Apfel dazugekommen war, fragte den Stein, hast du mich gern? Der Stein dachte nach, rollte sich auf die andere Seite, schaute zum Apfel, dann langsam zur Birne. Aber er sprach dann doch nicht. Der Mond fiel. Bis er auf einen Adler hoch oben in den Lüften traf. Beide wollte gleichzeitig sprechen. Machten ihren Mund auf, wollten etwas sagen, machten den Mund aber wieder zu und schauten sich nach, als sich beide voneinander entfernten. Was wollte der Adler wohl sagen, dachte der Mond. Was wohl der Mond mir sagen wollte, dachte der Adler. Ein Mensch schaute ins Weltall hinauf und fragte, wer bist du? Er fragte dies, ohne sich vorher gross Gedanken über diese Frage gemacht zu haben. Er wusste nicht, dass das Weltall die Frage bereits gestellt hatte. So wurde diese Frage aufgehoben, quasi neutralisiert. Dann aber sprach der Mensch die Frage nochmals aus. Jetzt interessierte er sich wirklich für seine Frage. Er hatte nachgedacht. Ein ganzes Jahr lang. Und war sich jetzt sicher. Es war DIE Frage, die er stellen WOLLTE. Mit aller Vehemenz, Kraft und mit seinem ganzen Herzen dabei. Er schaute jetzt nicht mehr ins Weltall, sondern hinaus aufs offene Meer. Der Mensch sass bequem oben an einem Felsen, der steil abfiel Richtung Wasser. Er hatte Zeit. Eine ganze Menge Zeit. Und er hatte Geduld. Eine sehr grosse Menge an Geduld. Um zu warten. Um auf die Beantwortung seiner Frage zu warten. Er hatte keinen Plan, WIE seine Frage beantwortet werden sollte. Oder dann gegebenenfalls beantwortet werden würde. Er war offen. Wartete. Und stellte sich aufs warten ein. Und war offen. Atmete die frische Luft ein. Dachte nicht an die Zukunft, noch an die Vergangenheit. War im Moment. Dort auf dem Felsen. Oberhalb des Meereswassers. Sass bequem. Auf einem Stein.

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