Gefallener Engel

Gefallener Engel, ich frage dich: Warum hast du das Paradies verlassen? Ohne Scham und ohne zurückzuschauen. Bist einfach gegangen. Du, der Schöne und Herrliche. Du hast geglänzt, gestrahlt. Du warst doch der Auserwählte. Dein Herz war schön. Du sassest. Du flogst. Du sassest. Du flogst. Du flogst umher. Dann gingst du nach Draussen. Du wolltest nur einen Moment nachdenken. Nur einen klitzekleinen Moment dir Gedanken machen. Ja, deine eigenen Gedanken wolltest du dir machen. Es kam ein Gedanke. Dann ein zweiter. Dann ein dritter. Ein vierter. Ein fünfter. Ein sechster, siebter, achter, neunter. Beim zehnten Gedanken entschiedst du dich. Du entschiedst dich zu fallen. Das Paradies zu verlassen. In die Dunkelheit zu gehen. Dich ins Dunkel zu begeben. Dich den dunklen und bösen Gedanken hinzugeben. Dann wurdest du selbst böse. Deine Gedanken wurden mit Macht und mit aller Kraft mit Bosheit gefüllt. Du fielst. Fielst. Weiter und weiter. Es wurde immer dunkler. Immer bösartiger. Deine Gedanken wanderten. Umher. Rastlos. Unaufhaltsam. Sie wanderten in dein Herz. Dein Herz war schutzlos, als dich das Böse überfiel. Dich niederzwang. Dich erfüllte. Bis zutiefst in dein Herz. Bis du selbst das Böse warst. Bis du selbst die Bosheit warst. Neid, Hass, Eifersucht, Hinterlist. Du wurdest ein Gefangener. Ein Häftling. Gehalten in der Dunkelheit. Kein Licht siehst du mehr. Du. Du. Gefallener Engel. Der das Paradies verliess. Der fiel. In die Dunkelheit fiel. Der das Böse wurde. Weg vom Paradies. Weg vom Licht. In die Dunkelheit.

Der Text ist zum Lied „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin entstanden.

Ein Kommentar zu „Gefallener Engel

  1. Spannender Post, erinnert mich an Jesaja 14,12-17 und Hesekiel 28,12-19:

    Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen! Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: ›Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden; ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleichmachen!‹ Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt, in die tiefste Grube! Die dich sehen, schauen dich verwundert an, sie betrachten dich [und sagen]: ›Ist das der Mann, der die Erde erzittern ließ, der Königreiche erschütterte; der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte niederriss; der seine Gefangenen nicht nach Hause entließ?

    Menschensohn, stimme ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht GOTT, der Herr: O du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit! In Eden, im Garten Gottes warst du; mit allerlei Edelsteinen warst du bedeckt: mit Sardis, Topas, Diamant, Chrysolith, Onyx, Jaspis, Saphir, Karfunkel, Smaragd, und mit Gold. Deine kunstvoll hergestellten Tamburine und Flöten waren bei dir; am Tag deiner Erschaffung wurden sie bereitet. Du warst ein gesalbter, schützender Cherub, ja, ich hatte dich dazu eingesetzt; du warst auf dem heiligen Berg Gottes, und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen. Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde. Durch deine vielen Handelsgeschäfte ist dein Inneres mit Frevel erfüllt worden, und du hast gesündigt. Darum habe ich dich von dem Berg Gottes verstoßen und dich, du schützender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine vertilgt. Dein Herz hat sich überhoben wegen deiner Schönheit; du hast deine Weisheit um deines Glanzes willen verderbt. So habe ich dich auf die Erde geworfen und dich vor den Königen zum Schauspiel gemacht. Mit deinen vielen Missetaten, durch die Ungerechtigkeit deines Handels, hast du deine Heiligtümer entweiht; da ließ ich ein Feuer von dir ausgehen, das dich verzehrte, und ich habe dich zu Asche gemacht auf der Erde, vor den Augen aller, die dich sahen. Alle, die dich kennen unter den Völkern, entsetzen sich über dich; du bist zum Schrecken geworden und bist für immer dahin!

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