Der Fluss

Er sagte, sei dankbar. Ich sagte, du hast mich verletzt. Sie sagte, wir haben soviel für dich getan. Ich sagte, ich will leben. Er sagte, du hast uns soviel zu verdanken. Sie sagte, schau einmal, was wir alles für dich getan haben. Ich sagte, ich will frei sein. Ich will leben. Dann sagten sie, liebe uns und sei uns dankbar, sei bei uns. Schau, was wir alles wegen dir durchgemacht haben. Wegen dir. Ich sagte, ich will einfach leben. Versteht es doch. Ich will frei sein und leben. Ich will mich sein. Ich habe meinen Weg. Nur dann werde ich glücklich. Wenn ich meinen Weg gehe.

Dann ging ich nach draussen. Ich ging und ging und ging. Bis ich zum Fluss kam. Dort heulte ich, dann schaute ich auf den Fluss, wie er sich bewegte und mir kam der Gedanke: Lass los, lasse einfach los. Du willst leben. Du darst leben. Du SOLLST leben. Das sage ich dir. Ich, der ich in allem bin. Ich, der war, der ist und der immer sein wird. LEBE! Dann sprang ich hinein. In den Fluss. Und liess mich treiben. Zum ersten Mal liess ich mich einfach treiben. Ich schluchzte, ich heulte, dann lächelte ich, dann lachte ich. Dann schrie ich. Ich schwamm der Freiheit entgegen. Und im Fluss schüttelte ich alles ab. ALLES! Das, was mich davon abhielt, glücklich zu sein. Glücklich zu werden. Was mich davon abhielt, frei zu sein. Was mich davon abhielt, mich zu sein. Und meinen Weg zu gehen. In die Freiheit. Und dort zu sein, wo ich hingehöre. Wo mein Leben hingehört. Hört alle einmal zu: Ich bin frei. Ich muss es sagen: Einfach so fucking frei! Ich will ich sein. Ich will mich sein. Und ich will: LEBEN!

Der Text entstand beim Hören des Lieds „Just Another Girl“ von The Killers.

Kommentar verfassen