Lost in town.

In diesem Artikel schreibe ich über meine Erlebnisse im Sommer/Herbst 2017, die ich in meiner Wohnstadt Bern gemacht habe.

Hinweis: Der Post enthält Darstellungen von sexuellen Handlungen.

Ich sitze in meinem Studio auf dem Stuhl vor dem Laptop. Es läuft Musik von Phil Collins. Auf meinem Schoss sitzt eine Frau. Eine schwarze Prostituierte, die ich vorhin in der Altstadt, in der Gerechtigkeitsgasse, getroffen habe. Ich bin ziemlich betrunken und sie hat mich auf einen Drink eingeladen. Also mit anderen Worten, eine Einladung zum Sex mit ihr. Gegen Bezahlung. Ich ziehe mich nackt aus und auch sie zieht ihre Hosen und ihre Oberbekleidung aus. Dann setzt sie sich wieder auf meinen Schoss. Ich lege meine Hände um ihren Bauch. Ihre Brüste sind gross. Dann berührt sie meinen Penis, der noch ganz klein ist. Wir stehen auf und sie zieht ihr Höschen aus. Ich lege mich aufs Bett und sie massiert meinen Penis, bis er eregiert ist. Dann zieht sie mir ein Kondom über. Sie legt sich mit den Knien auf mein Bett und ich nehme sie von hinten. Dann machen wir es nochmals, sie auf mir und dann ich auf ihr. Beim zweiten Mal bin ich dann nicht mehr richtig gekommen. Für das wurde mein Konto ziemlich kleiner. Dreihundert Schweizerfranken hat es gekostet.

Ich liege auf dem Bett. Neben mir zwei Prostituierte. Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, zwei nackte Frauen neben mir zu haben. Das habe ich mir solange gewünscht. Ich nackt. Sie nackt. Sie versuchen, mein Glied zu eregieren. Aber es klappt nicht. Auch nicht, als mir die eine anal den Finger reinsteckt. Ich bin zu betrunken. Ich möchte in dem Moment länger bleiben. Und möchte, dass es nicht einfach zwei Prostituierte sind, die mich dann wieder alleine lassen, sobald sie ihr Geld haben. Ich gehe raus. Dann will ich einfach nach Hause. Ich laufe am Bowling-Center im Marzili vorbei und bin froh, wieder an der frischen Luft zu sein. Zu Hause will ich nur eins: Meinen Rausch ausschlafen. Beim Schlafen sind all meine Gedanken, die ich in dieser für mich manchmal so lieblosen Welt habe, weg. Diese Gedanken, die mich runterziehen.

Ich suche jetzt aktiv nach einer Prostituierten in der Altstadt, dort in der Gerechtigkeitsgasse, mit der ich ins Bett gehen kann. Ich finde sie und wir versuchen es. Aber mein Glied wird nicht steif. Ich habe dummerweise vorher mein Schlafmittel genommen. Weil ich eigentlich schlafen gehen wollte. Dann aber doch noch die Treppe hinaufging, um eine Prostituierte zu finden. Jetzt liege ich auf ihrem Bett und sie zieht mir ein Kondom an. Und bewegt ihre Hand sehr schnell auf und ab über mein Glied. Aber auch als ich selber versuche, es zum eregieren zu bringen, klappt es nicht. Es gibt keinen Sex. Ich liege noch ein bisschen auf dem Bett. Liege einfach da. Und sie lässt mich für diese Zeit alleine. Irgendwie fühlt es sich gut an, einfach so nackt da zu liegen und zu wissen, es ist jemand da für dich. Auch, wenn sie „nur“ eine Prostituierte ist, ist sie doch ein menschliches Wesen, das eine gewisse Nähe gibt. Ich habe bereits bezahlt. So verabschieden wir uns. Und sie will noch meine Natelnummer. Wohl um ihre Kundenkartei zu erweitern und mich anrufen zu können, wenn sie nach Kunden sucht.

Ich sitze am Boden vor dem Park Café bei der Kleinen Schanze. Dann muss ich kotzen. Direkt beim Eingang zum Restaurant. Zuvor ging ich zum Aussichtspunkt der Kleinen Schanze und traf dort auf einige junge Leute. Sie brauchten Geld, um dort Gras zu kaufen und einen Joint zu drehen. Ich bezahlte. Dann rauchten wir den Joint. Für mich das erste Mal. Es fuhr recht ein. Es waren zwei Männer und zwei Frauen. Die eine nahm mich mit zu einer Bank und fragte mich, ob ich mit ihr Sex haben möchte. In der nächsten Toilette. Gegen zwanzig Franken. Ich war sofort dazu bereit. Mein Wunsch nach sexueller Attraktivität erfüllte sich zumindest in meinen Gedanken für einen Moment. Und es hatte etwas Geheimnisvolles, gab mir einen Kick. Nur schon, dass sie mich beiseite nahm und mich fragte, ob ich mit ihr schlafen möchte. Zum Sex kam es aber nicht. Denn ich war auf einmal ziemlich kaputt. Vom Alkohol und dazu noch das Kiffen. Ich entfernte mich von ihnen und wollte mich nur noch irgendwo hinsetzen und möglichst nicht mehr bewegen. Mir war kotzschlecht und ich versuchte, wach zu bleiben und nicht abzudriften. Der Kellner vom Restaurant kam ungehalten zu mir und befahl mir, mein Erbrochenes mit einem Kessel Wasser wegzuwaschen. Aber ich war dazu nicht in der Lage. Dann ging ich weiter und setzte mich ein paar Meter weiter auf den Boden. Irgendwann schaffte ich es, mich zu erheben und nach Hause zu laufen. Wo ich nur noch schlafen wollte.

Ich traf diese jungen Leute noch ein, zweimal bei der Kleinen Schanze. Ich wollte mich für sie öffnen, wollte zu ihnen gehören und mich als Gemeinschaft mit ihnen fühlen. Aber von ihnen kamen böse Worte und eine grosse Ablehnung mir gegenüber. Ja, sie lehnten mich als Person ab und das schmerzte sehr. Ich wollte mich mit ihnen identifizieren. Aber sie konnten mit so viel Nähe nicht umgehen. Konnten mit mir nicht umgehen. Danach war es für mich vorbei mit ihnen und ich versuche, ihnen aus dem Weg zu gehen.

Ja, es gab noch weitere Erlebnisse, die ich machte, als ich betrunken war und mich in der Stadt und am Bahnhof bewegte. Ich betrank mich, um lockerer zu sein und um in eine andere Welt zu kommen, die meine Gedanken stoppte und die mich bereit dazu machte, auf Frauen zuzugehen. Und auch mit der Hoffnung, so Sex haben zu können. Um einen Kick zu haben. Um die sexuellen Gefühle stärker wahrnehmen zu können, wenn ich Frauen anschaute und nach schönen Brüsten und schönen Hintern, möglichst mit freizügiger Kleidung, Ausschau hielt. Die Ernüchterung war aber dann auch da. Als ich merkte, dass diese Strategie mir nicht die Erfüllung brachte, die ich mir wünschte. Und ich trotzdem auch hier Ablehnungserlebnisse machte.

Zur Zeit bin ich weiter auf der Suche, wie ich mit meinen sexuellen Wünschen und meinem Wunsch nach Annahme umgehen kann. Und wie sich diese erfüllen können. Ich merke aber, das ich in letzter Zeit selbstbewusster geworden bin und das Gefühl habe, dass es ein falscher Gedanke ist, dass mich keine Frauen sexuell attraktiv finden und was mit mir haben möchten. Schliesslich kann ich ja ihre Gedanken nicht lesen, die sie haben. Und auch wenn sie sich gegen aussen als neutral und nicht interessiert geben, heisst das ja nicht, dass das auch ihre Gedanken sind.

Soviel zu meinem Herbst/Sommer 2017. Wo ich sozusagen wirklich „lost in town“ war. Auf meinem Blog will ich möglichst authentisch sein und ich habe mir vorgenommen, auch über persönliche Dinge so offen zu schreiben. Lange fühlte ich mich wie in einem Käfig, weil ich genaue Vorstellungen hatte, was ich denken soll und darf, was ich nicht denken darf, über was ich nicht schreiben darf und was jetzt zu weit geht und mir und anderen schadet. Also das hat viel mit meinem christlichen Aufwachsen zu tun. Aber ich habe schon immer gespürt und gewusst, dass ich aus diesem Käfig raus will. Zu mir finden. Leben. Und einfach das, was ich in mir spüre und fühle, rauslassen. Ja, es muss einfach raus. Das macht mich glücklich. Das fühlt sich für mich zum ersten Mal wie richtiges Leben an. Wie richtig leben. Frei atmen zu können und einfach diese christlichen Gedanken und freiheitsraubenden Gedankenkonstrukte wegzulassen. Und: FREI ZU WERDEN. MICH SEIN. EINFACH MICH SEIN. Ich glaube, das ist Leben. Und so fühlt es sich gut und richtig an, zu leben. Es macht Sinn.

Ich würde mich freuen, wenn ich dich inspirieren konnte zum dich selbst sein, zum frei sein, zum authentisch sein und zum deine Ideen und Inspirationen, deine Kreativität, dein Sein, deine Person, DICH, in die Welt hinauszutragen. Ja, in die Welt hinauszuschreien. Mit aller Energie und Kraft, die du hast. Denn du bist DA. Und du hast was zu sagen und du hast so viel in dir, das du nicht durch falsche Hemmungen in dir eingesperrt lassen darfst. Sei mutig und wisse, dass du wichtig bist und wer bist.

Vorschau:
Im nächsten Post verlasse ich meine eindringlichen Erlebnisse und Erfahrungen und berichte wieder über eine Person, die mich fasziniert und berührt. Es ist noch nicht klar, wer das sein wird, aber im ähnlichen Stil wie meine bisherigen Posts über Personen, denen ich bereits einen Blogbeitrag gewidmet haben. Das waren bisher Maxine Kazis, Kate Bush und Leny Bider.

Ich wünsche euch bis dahin alles Gute und Liebe
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