When you are rejected.

Hallo zusammen

Wie im letzten Artikel angekündigt, werde ich in diesem Beitrag über ein sogenanntes Lebensthema von mir, Gedanken an Frauen und ihre Auswirkungen, schreiben, das einen grossen Teil meines Lebens eingenommen hat und teilweise auch noch tut. Damit verbunden geht es um eine Art Sexsucht im Internet, die ich stillen muss, damit ich handlungsfähig bin.

Wieder der Hinweis: In diesem Beitrag werde ich persönliche und intime Dinge sehr persönlich beschreiben. Wer das nicht wissen möchte oder das zuviel Details sind, der möge diesen Artikel entweder vor diesem Hintergrund lesen, nicht lesen oder nur das Resümee im Schlussabschnitt sich zu Gemüte führen.

Ich werde jetzt sechs Szenen aus meiner Kindheit und Jugendzeit beschreiben, die alle mit meiner sexuellen Identität zusammen hängen. Szene 7 ist dann meine aktuelle, jetzige Situation. Zum Schluss kommt dann noch sowas wie ein Fazit und wie du bei diesem Thema weiterkommen kannst und sicher nicht aufgeben sollst.

Szene 1
Ich liege im Bett. Mit meiner Hand wandere ich zu meinem Penis und berühre ihn. Dann fahre ich drüber und ziehe die Haut nach hinten, bis die Eichel hervorkommt. Ich habe gerade entdeckt, dass, wenn man die Haut sehr weit zurückzieht, es noch ein viel lustvolleres Gefühl ist. Ich weiss nicht, ob ich damals schon zum Orgasmus kam, aber ich suchte nach diesem schönen Gefühl.

Szene 2
Ich wünsche mir beim Einschlafen, dass jemand neben mir im Bett liegt. Eine Frau. Ein Mädchen. Nicht um Sex zu haben. Ich war damals auch noch ein Kind. Nein, um mich geliebt zu wissen. Und um ein anderes Individuum als ich da zu haben, das eigenständig atmet und eine eigenständige Person ist. Und um so von der nüchternen und mir so unangenehmen, depressiven Alltagswelt weg zu kommen. In eine Welt, wo es nur ums Atmen, nebeneinander liegen und ums Sein geht.

Szene 3
Wir sitzen im Auto. Mein Vater, meine Mutter und ich. Ich erzähle meinem Vater, ja, ich beichte sozusagen, dass ich es wieder gemacht habe. Ja, dass ich mich wieder selber befriedigt habe. An meinem Penis. Dann weine ich. Nein, ich weinte NICHT. Die Reaktion meines Vaters war für mich so hart und so brutal, dass ich sicher geweint hätte, wenn ich mich wirklich selbst hätte sein können. Aber ich konnte nicht mich selbst sein. Und ich wollte auch nicht lügen.

Szene 4
Ich bin in der Dusche am Duschen. Extra habe ich die Unterhosen anbehalten, damit ich mich sexier fühle und befriedige mich dann selbst. Mein Mutter kommt dem auf die Spur. Ihre Reaktion lässt einen Teil von mir sterben. Ich fühle mich abgelehnt. Ich WERDE abgelehnt. Ich fühle mich schlecht und erhalte keine Hilfe von meiner Mutter oder werde auch nicht in meiner Sexualität angenommen.

Szene 5
Ich bin bei meiner Grossmutter. Auf dem Estrich hat sie die alten Ausgaben der Schweizer Illustrierten gesammelt. Ich schleiche mich auf den Estrich und schaue in den Heften nach schönen Frauen im Bikini oder in Unterwäsche. Es ist wie eine Sucht. Es zieht mich dorthin. Denn für diese Momente fühle ich mich wohl und in einer wärmeren Welt als da draussen vorherrscht. Es gibt in diesen Momenten kein Richtig oder Falsch, kein „du musst jetzt dies oder das erledigen“ und auch nicht das brutale und so nüchterne und unliebevolle Gefühl, das ich ständig habe, wenn ich draussen in der Welt bin.

Ich nehme einige Hefte mit und befriedige mich selber. In der Nacht kann ich nicht schlafen, ich muss ständig daran denken, mich selber zu befriedigen. Denn ohne dies kann ich nicht einschlafen. Ich denke, ich muss dem widerstehen. Und da ich christlich aufgewachsen bin, höre ich die ganze Nacht christliche Musik. Aber oh Wunder, es hilft nichts. Also weniger als nichts. Die Musik geht bei mir beim einen Ohr rein und beim anderen wieder raus. Ich glaube, sie ging nicht mal zum Ohr hinein. Auch die Texte der Musik holen mich nicht dort ab, wo ich bin. Ich kenne die ganze christliche Theologie bereits. Aber ich sehne mich nicht nach christlichen Texten, die mir den Weg zum guten und RICHTIGEN Leben weisen. Ich möchte schlicht und ergreifend Liebe, Schönheit, Wärme und tiefes Angenommensein spüren. Auch in meiner Sexualität. Nicht mehr und nicht weniger.

Szene 6:
Ich bin zuhause und es ist Nacht. Heimlich schleiche ich mich runter und hole mir das heissbegehrte Modeheft meiner Mutter, wo die schönen Models in Unterwäsche abgebildet sind. Ich gehe rauf in mein Zimmer und befriedige mich selbst. Meine Mutter merkt das und rügt mich dafür. Ich fühle mich schuldig und es gibt mir einen Stich ins Herz. Auch wenn ich das damals gar nicht richtig wahrnehmen konnte.

Szene 7:
Ich bin jetzt älter und wohne alleine in meinem Studio. Ich habe mit Rauchen angefangen. Ja, ich wollte es unbedingt ausprobieren. Um auch zu den richtigen Frauen und Männern zu gehören. Die Sex haben, die Flirten, die Beziehungen eingehen und die ihre Sexualität ausleben können. Und die auch sexuell begehrt werden. Wenn ich rauche, Bilder und Videos im Internet anschaue, dann bin ich für diese Zeit in einer wolligen Welt. Und ich nehme mir Zeit dafür. Ich versuche mir meine Sehnsucht nach sexueller Attraktivität zu erfüllen, indem ich mir eine Person aussuche, und mir ausmale, wie attraktiv sie mich findet und dass SIE mit mir schlafen möchte. Und es dann auch richtig schön findet und geniesst.

Gib nicht auf:
Es gäbe noch mehr Szenen, die ich hier beschreiben könnte. Aber dies sind ein paar Schlüsselszenen gewesen, die mir am prägnantesten geblieben sind. Mein Wunsch nach sexueller Attraktivität bleibt in mir vorhanden. Ich suche Lösungen, die mich diesem Wunsch näherbringen. Ich möchte frei sein von ständigen Gedanken an Frauen und dass sie mein Leben so in Beschlag nehmen und mich in gewisser Weise abhängig von ihnen machen. Ich will frei sein von Frauen und MEIN Leben leben und meine Ideen verwirklichen und umsetzen. Ich selber will mich wohl fühlen und mein Innerstes an Kreativität nach Aussen tragen und in die Welt hineinbringen.

Falls du ähnliche Erlebnisse bezüglich der sexuellen Identität und Attraktivität gemacht hast, oder ähnlich wie ich diesbezüglich fühlst, dann möchte ich dir sagen, dass es nicht unwichtig ist und sogar essentiell ist, sich in diesem Bereich wohl zu fühlen. Zu suchen, bis man eine Lösung dafür findet. Darüber zu reden oder zu schreiben hilft. Und ich möchte dir Mut machen, dabei nichts zu beschönigen, was passiert ist oder was dich dabei verletzt hat.

Vorschau auf den nächsten Blogpost:
Im nächsten Artikel werde ich über meine Erlebnisse vom Sommer und Herbst 2017 schreiben, die ziemlich viel mit meiner Suche nach sexueller Anerkennung zu tun hatten. Wie ich mich einige Male voll betrank, um so zu werden, wie die Anderen und wie ich meine Konto für Sex leerte. Wie ich das erste Mal kiffte und wie ich dabei zutiefst abgelehnt wurde.

Vorschau übernächster Post:
Vorerst werden dann meine persönlichen Erlebnisse ein Ende haben und es wird dann wieder einen Artikel über eine Person, die mich bewegt, geben.

Vielen Dank euch fürs Lesen dieses Artikels und fürs Vorbeischauen auf meinem Blog. Bis zum nächsten Post.
Ich wünsche euch bis dahin alles Gute und Liebe.
thoughts on life

 

 

 

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