Eine Anleitung zum entspannteren Umgang zwischen den Geschlechtern

Manchmal nehme ich recht stark wahr, wie der Umgang zwischen den beiden Geschlechtern Mann und Frau verkrampft ist. Ich möchte in dem Bereich Partnersuche und im Bereich Alltagsleben darauf eingehen.

Bei der Partnersuche ist es wichtig, aus der Märliwelt herauszukommen. Der Mann wird als rettender Prinz verstanden, die Frau als zarte Prinzessin, die etwas Geheimnisvolles in sich trägt. Man vergöttert so in seiner Vorstellung das jeweils andere Geschlecht und dabei stellt man die andere Person auf einen Sockel. Und das schafft Distanz. Sie/er thront auf diesem Sockel, geheimnisvoll, auf eine gewisse Art fremd, irgendwie unnahbar. So sieht man überhaupt nicht die eigentliche Person. Kein Wunder, wagt man dann kaum, seinen Prinzen oder seine Prinzessin anzusprechen. Man redet darüber, baut sich ein Luftschloss auf, aber aus einer Beziehung wird natürlich nichts.

Der erste Schritt aus diesem Problem heraus besteht, dass man einmal die Klischees von Prinz und Prinzessin weglässt, ebenso nicht dauernd die Unterschiede, das Geheimnisvolle im anderen Geschlecht betont. Vielmehr sollten die Gemeinsamkeiten zwischen Mann und Frau betont werden. Also z.B. beide suchen Nähe oder möchten zusammen die Welt entdecken. Dies würde die Hemmschwelle senken, die/den Andere/n einmal anzusprechen. Man kann natürlich im Geheimnisvollen bleiben, das die beiden Geschlechter anscheinend umgeben soll. Aber das hilft wenig für eine konkrete Beziehung und um die Andere/den Anderen wirklich kennenzulernen.

Im Umgang von Mann und Frau im Alltagsleben sollten beide Geschlechter versuchen, dem jeweils anderen aus seiner starren Denkweise herauszuhelfen, damit beide zum gleichen Ziel gelangen. Dazu ein Beispiel vom Berner Politiker Christian Wasserfallen, das er in der Diskussionssendung „Der Club“ zum Thema „#MeToo im Bundeshaus“ gebracht hat. Es geht um die Anfrage zu einer Podiumsdiskussion. Der Mann sagt zu, die Frau bringt Bedenken wegen Angst vor fehlender Kompetenz und Unsicherheit über ihre Wirkung vor Publikum. Damit die Frau zum gleichen Ziel kommt wie der Mann, ist es jetzt wichtig, dass z.B. ihr Partner sie auffordert, ihr Denkschema zu hinterfragen und ihr aufzeigt, dass sie genug kompetent ist und sie ihre Wirkung nicht so kritisch betrachten muss. Wenn die Frau bereit ist, ihre Denkweise zu öffnen, dann nimmt sie dann viel eher an der Podiumsdiskussion teil.

Das Denkschema eines Mannes könnte sein: Ich muss der Beschützer sein, ich muss der Kämpfer sein und ich muss der Versorger sein. Hier könnte ihm die Frau helfen, indem sie ihn zum Überdenken dieser Denkweise auffordert und ihm Alternativen zu diesem Denken aufzeigt. Vor dem konkreten Umsetzen muss ja zuerst die Denkweise geändert werden.

Zum Abschluss: Wichtig ist, dass man grundsätzlich bereit ist, seine Denkweise einmal kritisch zu überdenken, in dem man sich fragt, ob sie jetzt hilfreich für den Umgang mit dem anderen Geschlecht ist oder nicht.

 

 

 

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